Samstag, 14. April 2012
Zeit deines Lebens...
Ich lernte seine Freunde und Familie kennen. Durch seine Freunde erfuhr ich, was das Ganze mit dem Motorrad und dem Ort in Holland auf sich hatte. Er hatte Alles schon längst geplant. Wollte mit mir anhalten, sich umdrehen, mir den Helm abnehmen und mich küssen... aber ich war immer so verflixt schnell vom Motorrad "gesprungen". Ein schönes Gefühl zu wissen, wieviele Gedanken er sich während seiner Nachtschichten darüber gemacht hatte... Seine Schwestern mochte ich auf Anhieb, seine Mutter ebenso. Ok, bei seinem Vater gab es Startschwierigkeiten, aber nur weil ich seinen Humor einfach teilweise nicht verstand und Vieles persönlich nahm, was gar nicht gegen mich gemeint war. Im Nachinein muss ich sagen, ich lernte ihn viel besser kennen und mochte ihn auch sehr. Und schließlich ging es mir ja auch um seinen Sohn, das war die Hauptsache... meine große Liebe.
Auch den Großteil seiner Freunde lernte ich gut kennen und mit einem Pärchen davon, verstehe ich mich noch heute gut. Sein Freund hat mir in der schlimmsten Zeit nachdem wir Schluss hatten sehr geholfen, wofür ich heute sehr dankbar bin. Er war damals immer der "Unglückliche" gewesen. Single oder eben einfach an die falschen Frauen geraten. Er beneidete uns um unsere tolle Beziehung... heute beneide ich ihn, weil er inzwischen verheiratet ist, eine wahnsinnig liebe Frau und eine wundervolle, kleine Tochter hat. All das, was ich mir auch gewünscht hatte, mir selbst jedoch im Weg stand.
Es war also Alles eigentlich perfekt. Nach einem knappen halben Jahr zog er bei mir ein. "Sehr schnell" fanden Viele. Wir fanden: genau das Richtige! Heute wünschte ich, wir hätten uns gemeinsam etwas Neues gesucht, anstelle in meiner Wohnung zu bleiben. Es ist doch sehr schwierig musste ich feststellen, mit Jemandem Alles zu teilen, was zuvor sieben Jahre nur mir gehörte... Ein Punkt, den ich heute definitiv anders machen würde.
Anfangs war Alles super. Wir schauten zusammen nach seinem neuen Auto, teilten uns schließlich eines, morgens legten wir uns gegenseitig Zettel in die Wohnung, damit der andere einen tollen Start in den Arbeitstag hatte, wir waren unzertrennlich... wir waren einfach wahnsinnig glücklich.
Heute lasse ich Alles ruhiger angehen. Ich lasse meinem Partner mehr Freiraum, den man sich - so glaube ich - auch immer nehmen sollte, damit die Beziehung nicht langweilig wird und jeder seinen Freundeskreis weiterhin pflegt.
Problem Nummer Eins in deutschlands Beziehungen (das ist bewiesen) hielt auch bei uns Einzug: der Haushalt. Er machte ihn anders als ich, mich nervte es, wenn er stundenlang schlief nach seiner Nacht- oder Frühschicht, ohne sich schon mal im Haushalt nützlich gemacht zu haben, wenn ich um fünf oder sechs von der Arbeit kam. Heute würde mich das Alles nicht mehr stören. Es ist einfach nicht wichtig. Wichtig ist die Zeit, die man miteinander hat. Und dreckig wäre es bei uns ohnehin nie gewesen. Ein zweiter, wichtiger Punkt, den ich heute anders mache...
Ein Hobby gönnten wir uns gemeinsam. Wir trainierten gemeinsam im Fitnessstudio und an den Wochenenden schaute ich gern bei seinem Fußball zu.
Ich liebte ihn für alles, was er war, WIE er war. Für seinen Humor, für seine liebevolle Art, für einfach Alles.
Seine Augenkrankheit beichtete er mir kurz nachdem wir zusammen waren. Kein Problem für mich, auch wenn es in der Zukunft im Job oder auch privat beim Autofahren o.Ä. eines hätte werden können. Ich stellte mich darauf ein, wollte für ihn da sein, das Thema mit ihm gemeinsam angehen und ihm dabei helfen, selbst wenn wir weit in die Zukunft blickten und ggf. ich hätte unsere Familie versorgen müssen.
Ja es war alles perfekt... bis ich irgendwann krank wurde...

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Sonntag, 8. April 2012
Wie Alles begann...
Mittlerweile sind mehr als vier Jahre vergangen... diese Zeit werde ich wohl gebraucht haben um das zu verarbeiten, was mir so viel Schmerz bereitet hat wie Nichts sonst in meinem Leben.
Es geht um meine große Liebe, eine Krankheit, die mich kaputt gemacht hat - von der ich mich habe kaputt machen lassen, etwas, dass meine Beziehung kaputt gemacht hat - dass ich meine Beziehung habe kaputt machen lassen.
Auf der einen Seite mache ich mir Vorwürfe, weil ich dadurch einen Menschen verloren habe, den ich so wohl nie wieder finden werde; auf der anderen Seite denke ich, Alles sollte wohl so kommen. Irgendwer wollte, dass ich diese Fehler mache und daraus für meine nächste "große" Liebe lerne.
Es begann im September. Gerade hatte ich einen "nichtssagenden" Idioten in den Wind geschossen, der mich durch sein Fremdgehen verletzte hatte. Mehr ist dazu wohl nicht erwähnenswert. Ich habe einen Ausbilderkurs begonnen, um mich auf Neues zu konzentrieren, von dem ich beruflich auch profitieren konnte.
Bereits in dem ersten Kurs fiel er mir auf. Evtl. ein wenig jünger als ich, schüchtern, aber seine blauen Augen waren das, was mich vom ersten Augenblick an faszinierte. In den viel zu kurzen Pausen während der Kurse (die "leider" nur ein Mal in der Woche stattfanden), lernte ich ihn besser kennen. Ich mochte seinen Humor, sein Lächeln, einfach Alles. Dennoch hatte ich die Einstellung, es nach der herben Enttäuschung zuvor, bei einer Freundschaft zu belassen.
Der Kurs dauerte bis April und im März konnte ich merken, dass ich mich bei dem Gedanken ertappte, was wäre, wenn ich ihn nicht wiedersehen würde.
Zum Ende des Kurses wurde eine Liste verteilt in der jeder seine E-Mailadresse und Telefonnummer eintragen konnte, damit man sich wegen der Prüfungen noch austauschen konnte und alle Daten der IHK bekannt waren. Jeder bekam diese Liste in Kopie und natürlich forschte ich nach, wie der Name und die zugehörige Mobilfunknummer von dieser Person sein könnte. Die Auswahl blieb bei zwei Personen, da die zwei hin und wieder die Plätze gewechselt haben. Hmmm... eine Chance 50 zu 50, dass ich die Richtige Nummer hätte.
Irgendwann zum Schluss des Kurses kam mir die glorreiche Idee, dass wir uns alle zum Abendessen treffen sollten um den Abschluss und die dann hoffentlich bestandene Prüfung zu feiern. Bloß nicht den Kontakt verlieren. Datum und Uhrzeit standen also fest. Dummerweise musste ich kurzfristig an dem Wochenende bei meinem Nebenjob einspringen. Einem Fitnesstudio in Kleve. Ich glaube ich war abends noch nie so schnell über die Autobahn nach Hause gefahren, wenn ich den Laden in Kleve verließ. An dem Abend konnte Alles nicht schnell genug gehen und da fiel mir ein: Die Nummern... ich hatte doch beide Nummern. Bloß schnell Bescheid geben, bevor er meinte ich käme nicht mehr. Also textete ich, dass ich auf dem Weg sei und auf jeden Fall nachkäme... Ob es die richtige Nummer war? Schnell kam zurück, dass sie warten würden, aber hatte ich dem Richtigen geschrieben? Ich kam ins rustikale Restaurant. Da saß er, mit seinen schönen blauen Augen. Und dieser Abend war der Startschuss für den weiteren Kontakt... und eine ganz besondere Zeit. Es war die richtige Nummer gewesen...
Wir trafen uns ab da öfter an den Wochenenden in der Stadt. Natürlich mehr oder weniger "zufällig". Ich mit Arbeitskollegen, Freunden oder alle acht Wochen mit meinen neuen Azubis, er mit seinen Freunden. Aber zusammen standen wir schlussendlich dann doch immer.
Und dann fragte er irgendwann, ob wir denn nichtmal einen Kaffee trinken gehen sollten. (Hatte ich eigentlich erwähnt, dass ich die Prüfung mit 2 bestanden hatte? - Nebensächlich!) Ich holte ihn ab. Vielleicht sehr untypisch, aber das Wetter war toll und ich hatte mir ein Cabrio gekauft. Das sollte genutzt werden und außerdem mag ich es nicht, wenn sofort Jemand weiß, wo ich wohne...
Wir fuhren ein wenig weiter weg. Ein toller Nachmittag (bis auf den Platzregen, was wir Zwei aber mit viel Humor nahmen, trotz offenem Verdeck) und auch das war wieder der Beginn von mehr... wir trafen uns öfter. Witzig war, als er mich zum ersten Mal abholte. "Nicht umdrehen" sagte er im Auto, aber was machen Frauen dann wohl erst recht? Ok, der Fußraum hinter Vorder- und Beifahrersitz ähnlte einer Leergutsammelstation, aber das war mir sowas von egal... die blauen Augen, der Humor, die stundenlangen Gespräche entschädigten doch Alles.
Wir trafen uns irgendwann täglich, redeten bis nachts um zwei, obwohl ich um sechs wieder raus musste. Die blauen Augen, der Humor, das Wohlfühlen in seiner Nähe entschädigten auch die Augenringe am nächsten Morgen. Es wurde Mai und wir fuhren immer öfter mit dem Motorrad seines Vaters. Ein schönes Gefühl sich schüchtern an ihm festhalten zu müssen. In Holland auf einer Landstraße, direkt neben einer Bank hielt er dann. Ich sprang ab, setzte den Helm so schnell ab wie es ging und richtete meine Haare. (Frau möchte ja nicht absolut zerzaust aussehen, wenn er sich umdreht.) Er sah mich fragend an, ob ich während der Fahrt noch vom Motorrad gesprungen sei so schnell wie ich dort stand.
Das Ganze hatten wir wohl zwei oder drei Mal an der gleichen Stelle bei unseren Motorrad-Touren. Ihr werdet später erfahren, was eigentlich Sinn des Ganzen war. Warum diese Stelle, warum das fragende Gesicht...
Und im Juni (für Viele heute wahrscheinlich unvorstellbar, dass man sich so lange Zeit gelassen hat) lagen wir mal wieder auf meinem Sofa. Nach stundenlangem Quatschen und Herumalbern, DVD schauen und schüchternem Ankuscheln küsste er mich nachts, bevor er nach Hause fuhr.
Wenn ich mich recht erinnere bin ich im Flur vor Freude herumgehüpft nachdem ich die Tür hinter ihm geschlossen hatte. ENDLICH! Wie konnten wir beide bloß die ganze Zeit so schüchtern sein, obwohl uns doch beiden klar war, dass wir mehr wollten?
Um viertel nach drei nur eine kurze SMS, dass der Kuss wunderschön war. Ich war so glücklich, das zu lesen! Und auch das, war der Startschuss für mehr...

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